Historischer Exkurs in Sachen Selbstliebe & Sextoys
Heute sind unsere Sextoys Schubladen prall gefüllt. Vom Klitoris Stimulator über den Rabbit bis hin zu App-gesteuerten Paartoys, die Auswahl ist riesig! Da aber jeder Liebeszauber einen Anfang hat, lasst uns kurz einen Blick in die Vergangenheit werfen.
Wusstet Ihr, dass die Geschichte der Sextoys bis in die Steinzeit zurückreicht? Kaum zu glauben, aber in einer Höhle am Rande der Schwäbischen Alb fanden Archäologen im Jahr 2005 einen Phallus aus der Steinzeit: ein anthrazitfarbenes männliches Glied aus Siltstein. Das Prachtstück war 19 Zentimeter lang, vier Zentimeter breit, drei Zentimeter dick und 287 Gramm schwer. Sein Alter wird auf stolze 28.000 Jahre geschätzt. We’ve come a long way…
Auch Kleopatra, die Königin der Sinnlichkeit, vergnügte sich bereits mit antikem Spielzeug. Ihr Vibrator war eine Papyrustüte, die mit Bienen, Ameisen oder Fliegen gefüllt war. Kultiviert wurde das Sextoy wiederum, wie so oft, im alten Griechenland
– und zwar etwa 800 Jahre v. Christus. Zu dieser Zeit beglückten Frauen sich mit so genannten Olisbos. Dabei handelte es sich um einfache, aber raffiniert gestaltete Tondildos, die mit lauwarmen Wasser gefüllt waren. Auch Dildos aus Holz und mit Leder überzogen wurden zu dieser Zeit gefertigt.
Im 19. Jahrhundert galt der Vibrator als ‘Wundermittel gegen weibliche Hysterie’. 1869 erfand der amerikanische Arzt George Taylor den ersten Vibrator der Neuzeit. Der “Manipulator” war ein Tisch, auf den sich die Patientin mit dem Gesicht nach unten legen musste, während ihr Geschlecht durch einen pedal- oder dampfbetriebenen Stab massiert wurde. Bereits nach zehn Minuten soll der Orgasmus eingesetzt und die Frauen beruhigt haben. Wenige Jahre später erfand Joseph Mortimor Granville den “Percuteur”, einen elektromechanischen, batteriebetriebenen Vibrator.
Sextoys als pure Genussmittel
In den 1960er Jahren kam das Toy dann langsam aber stetig in der Mitte der Gesellschaft an. Zu verdanken ist das unter anderem den ersten öffentlichen Erotikshops, z.B. Beate Uhse im Jahr 1962. Durch die Erfindung von Silikon wurden ab den 1970er Jahren stetig neue und bessere Produkte erfunden. Heute ist die Auswahl riesig – und das ist gut so, denn wir wissen, wie wichtig Masturbieren für unsere physische und psychische Gesundheit ist.