Mindful Masturbation – klingt schön, aber was ist das? Und vor allem, wie geht das?
Fast jeder tut es und dennoch sprechen viele auch heute noch nicht gerne darüber: Selbstbefriedigung macht keinen geringen Anteil unserer Sexualität aus. Kein Wunder, denn Solo Sex macht nicht nur Spaß, sondern hat nachweislich auch positive Effekte auf unseren Körper. Wir finden, es wird Zeit, offen über Masturbation zu sprechen und alle Fragen zu diesem spannenden Thema zu beantworten.
Mal ganz sachlich gesprochen versteht man unter Masturbation eine Stimulation der Geschlechtsorgane, die zum Orgasmus führen soll. Das geschieht meist entweder manuell oder mit dem Einsatz von Sextoys. Auch wenn die Wortherkunft nicht sicher geklärt ist, stammt Masturbation wahrscheinlich von dem lateinischen Ausdruck "manibus tubari", was so viel bedeutet wie "sich mit den Händen reizen". Selbstbefriedigung wird in den meisten Fällen als eine Form von Autosexualität an sich selbst ausgeführt, ist aber auch als eine gemeinsam mit dem/der Partner*in ausgeführte Sexpraktik beliebt, denn es erregt manche Menschen, den anderen beim Masturbieren zu beobachten.
Neben alternativen Begriffen wie Selbstbefriedigung und Onanieren gibt es natürlich zahlreiche mehr oder weniger kreative Ausdrücke für Masturbation. Hier kommen ein paar Beispiele: sich einen runter holen, sich die Palme wedeln, sich die Perle rubbeln, wichsen, einen Handjob machen, wichsen, Solo Sex haben, usw.
Im Mittelalter wurde Masturbation von der katholischen Kirche als Sünde angesehen, die bestraft werden muss. Das steht im starken Kontrast zur Antike, in der mit dem Thema Selbstbefriedigung scheinbar wesentlich freizügiger umgegangen wurde. So zeigen Kunstwerke aus dem antiken Griechenland nicht selten masturbierende Männer und auch Götter werden mit Erektionen dargestellt. Während es im Mittelalter als Sünde galt, war das dunkelste Kapitel der Masturbation wohl das 18. Jahrhundert, denn zu dieser Zeit wurde sie für die schlimmsten Krankheiten wie Pest, Tuberkolose, Lepra, Epilepsie, Wahnsinn und vieles mehr verantwortlich gemacht. Solo Sex als Auslöser des Bösen. So verbreitete sich das 1712 erschienene Buch "Onania oder die abscheuliche Sünde der Selbstbeschmutzung" rasch in ganz Europa. Auch Denker der Aufklärung wie Rousseau oder Kant trugen nicht zu einem positiveren Bild der körperlichen Selbstliebe bei, sie sahen darin einen Ausdruck von mangelnder Disziplin. Es dauerte bis in die 1950er Jahre, bis sich die Einstellung der Masturbation gegenüber langsam änderte, u.a. durch den Kinsey-Report. Aber ein leichter Abdruck des Stempels des Schändlichen liegt - wenn wir ganz ehrlich sind - sogar heute noch über dem Thema.
Ganz klar, die dunklen Zeiten, in denen Solo Sex als etwas Schändliches verflucht wurde, sind längst dabei. Dank Medizin, Forschung und sexueller Aufklärung wissen wir, dass es nicht nur Spaß macht, sich mit sich selbst zu vergnügen, sondern sich auch positiv auf Psyche und Körper auswirkt. Vor allem diese Vorteile an der Selbstbefriedigung haben sich herauskristallisiert:
Dennoch ist Masturbation auch heute noch ein Thema, über das häufig nicht offen geredet wird. Auch wenn die Vorteile des Solo Sex bekannt sind und auch immer lockerer mit dem Thema umgegangen wird, noch fehlt die Selbstverständlichkeit, ohne Erröten und Scham darüber zu sprechen.
Sowohl für den Körper, als auch für unsere Seele bietet regelmäßige Selbstbefriedigung einige positive Aspekte, die wir uns hier einmal näher anschauen wollen.
Wer masturbiert eigentlich wann und wie viel? Wie bereits erwähnt, auch heute ist Selbstbefriedigung ein Thema, über das viele Menschen eher ungern plaudern. Gut, dass es diverse Umfragen und Studien gibt, die uns ein wenig wissenschaftlichen Einblick ermöglichen. So masturbieren laut Umfragen etwa 95 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen zumindest gelegentlich. Noch sind die Männer also vorne, aber die Frauen holen auf. Erwachsene Männer zwischen 20 und 25 machen es ungefähr zehn Mal pro Monat, Frauen derselben Altersgruppe ungefähr ein Mal im Monat. Ältere entsprechend weniger. Interessanterweise sind diese Zahlen, die sich aus diversen Umfragen ergeben, über die letzten Jahre relativ konstant geblieben.
So viel zur Häufigkeit, aber wie sieht es denn mit beliebten Masturbations-Orten aus? Ihr denkt, da kommt nur das eigene Bett oder die eigene Badewanne/Dusche in Frage? Dann hört gut zu und staunt: Laut einer Umfrage von Time Out New York haben ganze 39 Prozent der Befragten schon mal auf der Toilette im Büro masturbiert.
Masturbation ist keine Sünde, sondern gut für Körper und Seele, so weit waren wir ja bereits. Aber gibt es auch ein Zuviel an Solo Sex? Ja, man kann. Zu häufiges Masturbieren kann zu einem Zwang werden und durchaus problematisch, wenn man beispielsweise nur noch beim Solo Sex erregt wird und nicht mehr beim Sex mit einem Partner. Auch wenn man alltägliche Tätigkeiten plötzlich hinten an stellt, kann das auf eine Sucht hinweisen. In diesem Fall ist es ratsam, mit dem Hausarzt zu sprechen und sich Hilfe bei einer Beratungsstelle zu suchen.
Natürlich ist Sex während der Schwangerschaft möglich - sowohl mit dem Partner als auch alleine. Gerade im letzten Drittel der Schwangerschaft haben viele Frauen durch die hormonelle Umstellung und den gut durchbluteten Genitalbereich mehr Lust auf Sex. Regelmäßiges Masturbieren kann sich sogar positiv auf diverse Schwangerschaftsbeschwerden auswirken. Stichwort: Entspannung. So können dadurch Rückenschmerzen und allgemeine Spannungsgefühle können gemindert werden und durch die Ausschüttung von Endorphinen kommt es zu einem generellen Wohlbefinden.
Sollte eine Risikoschwangerschaft vorliegen, sollte die betreffende Frau sich gynäkologischen Rat holen, ob Masturbation erlaubt ist oder nicht. Kommen Sextoys zum Einsatz sollte während einer Schwangerschaft noch mehr auf verträgliche Materialien und Hygiene geachtet werden, um Infektionen zu vermeiden.
Auch wenn laut Statistik immernoch mehr Männer regelmäßig Solo Sex haben, holen die Frauen auf. Und auch bei diesem Thema gilt natürlich: Jede Frau tickt anders. Manche stehen eher auf den Masturbations-Quickie, andere lassen sich richtig viel Zeit. Manche verwöhnen sich mit der Hand, andere lieber mit dem Duschkopf oder mit Sextoys. Manche lassen sich durch erotische Literatur oder Filme inspirieren, andere geraten beim Dirty Talk mit dem Partner in Wallung. Die eine Art, sich als Frau selbstzubefriedigen, gibt es also nicht.
Es gibt Frauen, die hadern mit ihrem Körper und mit ihrer Sexualität. Dementsprechend unsicher sind sie auch beim Sex mit einem Partner und kommen deswegen häufig nicht auf ihre Kosten. Regelmäßiger Solo Sex kann das ändern, denn dadurch lernt man seinen Körper ganz genau kennen. Mehr noch, man lernt, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und weiß, was einem beim Sex gefällt. Das pusht das Liebesleben mit dem Partner enorm.
Es gibt viele verschiedene technische Helferlein, die die weibliche Selbstbefriedigung noch ein bisschen schöner machen. Hier ein kleiner Überblick über die Modelle:
Klassische Vibratoren - mit neuen Features: Rein vaginale Stimulation durch Vibrationen? Das ist Vibratorenspaß von gestern, heute können die vibrierenden Zauberstäbe mehr. Zwar verwöhnt der klassische Vibrator in Phallusform nach wie vor in erster Linie die Innenseite der Vagina, aber auch Klitoris, Brüste und andere erogene Zonen. Zahlreiche technische Neuheiten erfüllen zudem sämtliche Wünsche der Frauen. Vibratoren gibt es heute in jeder Preisklasse.
Rabbit-Vibratoren: doppelter Spaß: vaginale oder klitorale Stimulation? Sogenannte Rabbit-Vibratoren können beides! Diese Kombi-Vibratoren werden einerseits in die Vagina eingeführt, stimulieren aber gleichzeitig durch einen Sauger die Klitoris. Das Ergebnis: intensive Orgasmen!
Aufleger: Zahlreiche Studien und Umfragen bestätigen, dass die Mehrheit der Frauen eher durch klitorale als durch vaginale Stimulation zum Orgasmus kommen. Aufleger stimulieren die Klitoris dank patentierten Pleasure Air™ Technology durch sanfte Luftschwingungen und sind ein echter Orgasmus-Garant. Der Vorteil dieser Variante: Es kommt nicht zu einer Überreizung oder einem Gewöhnungseffekt.
Wearables: Sinnlicher Spaß to Go - das bieten sogenannte Wearables. Sie bieten der Trägerin intensive Stimulation, wann und wo sie das möchte. Die tragbaren Toys sind in der Regel aus hautfreundlichem Silikon und lassen sich per App steuern.
Männer? Die masturbieren doch alle und ständig. Das ist ein weit verbreitetes Klischee in Sachen Selbstbefriedigung. Und natürlich ist es überspitzt - auch wenn wir bereits gesehen haben, dass laut Statistik wirklich die meisten Männer auf Solo Sex stehen. Doch auch wie bei Frauen gilt hier natürlich: die Geschmäcker sind verschieden. Während Umfragen zufolge die meisten Männer auf den klassischen Handjob zurückgreifen, tasten sich immer mehr an Sextoys heran. Es geht dabei eben auch bei Männern nicht nur um schnödes "Druck abbauen"...
Möchtest Du mehr über Selbstbefriedigung bei Männern erfahren? Dann hier entlang!
Bislang vergnügen sich vorrangig Frauen mit Sexspielzeug, während sich v.a. heterosexuelle Männer manchmal noch etwas schwer damit. Zeit, das zu ändern, denn der Sextoymarkt wächst und es gibt immer mehr tolle Toys speziell für Männer.
Prostatastimulatoren: Diese Toys stimulieren und verwöhnen den "G-Punkt des Mannes" mit intensiver Vibration. Egal ob alleine oder gemeinsam mit Partner*in, das bringt definitiv frischen Wind ins Liebesleben!
Penisring: Es gibt verschiedene Modelle, mit oder ohne Vibration. Letztere haben den Vorteil, dass sie beim Sex mit Partnerin auch diese beglücken. Generell sollen Penisringe für eine stabilere und dauerhaftere Erektion sorgen. Es gibt sie für alle Penisgrößen, es muss auf jeden Fall auf den Tragekomfort geachtet werden.
Analplug: Auch bei den Analplugs gibt es welche mit und welche ohne Vibration. Viele Männer scheuen sich davor, Analtoys auszuprobieren, aber es spricht einiges dafür, es doch mal zu versuchen. Besonders intensive Orgasmen, zum Beispiel...
Egal, ob man in Fachzeitschriften oder Frauenmagazinen blättert: Immer wieder heißt es, dass Frauen weniger als Männer masturbieren. Doch konkrete Zahlen findet man nur vereinzelt. Deswegen haben wir von Womanizer das mal in die Hand genommen – und eine Statistik in Auftrag gegeben, die endlich Klarheit über das Thema bringt: So masturbieren Frauen wirklich…