Vasektomie: Alles über die Sterilisation beim Mann

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Die männliche Sterilisation – ohne Frage ein komplexes Thema. Deshalb kommt hier ein Leitfaden, der alle wichtigen Fragen beantwortet.

Heute befassen wir uns mal mit der Sterilisation des Mannes – auch Vasektomie genannt. Eine Vasektomie ist eine Form der dauerhaften Empfängnisverhütung, die häufig von Paaren gewählt wird, die keine oder keine weiteren Kinder wollen. Das Problem: Wie bei so vielen Themen zur Männergesundheit gibt es im Internet nicht wirklich viele hilfreiche Informationen, und Du fühlt Dich vielleicht jetzt auch nicht wirklich wohl dabei, Deine Freunde um Rat zu fragen.

Hier eine kleine Orientierunghilfe

Aus diesem Grund haben wir einen kurzen Leitfaden zusammengestellt, der die häufigsten Fragen zur Sterilisation von Männern beantwortet und Dir dabei helfen soll, herauszufinden, ob es das Richtige für Dich ist. Denke bitte daran, dass dieser Leitfaden nur eine Orientierung ist und Du immer einen Arzt über die Optionen reden solltest, die für Dich am besten sind.

Wie funktioniert eine Vasektomie?

Das Verfahren selbst umfasst einen kleinen chirurgischen Eingriff, bei dem die Eileiter des Mannes, die Spermien enthalten, durchtrennt oder versiegelt werden, um dauerhaft eine Schwangerschaft zu vermeiden. Indem man verhindert, dass die Spermien in den Samen des Mannes gelangen, können die Eizellen nämlich nicht befruchtet werden.

Bei dem herkömmlichen chirurgischen Verfahren betäubt der Arzt den Hodensack mit einem Lokalanästhetikum. Dann werden zwei kleine Schnitte auf jeder Seite des Hodensacks vorgenommen, um Zugang zu den Röhren zu erhalten, die die Spermien in den Hoden (Samenleiter) transportieren. Jede Röhre wird durchtrennt und ein kleiner Abschnitt entfernt. Die Enden der Röhrchen werden anschließend verschlossen, entweder durch Versiegeln mit Hitze oder durch Abbinden. Die Einschnitte werden genäht. Nach etwa einer Woche verschwinden die auflösbaren Fäden in der Regel von selbst.

Kann man das rückgängig machen?

Ja, aber es gibt einen Haken. Eine Vasektomie rückgängig zu machen, ist ein recht kniffliges Verfahren, und der NHS (National Health Service des Vereinigten Königreichs) schätzt die Erfolgsquote dieser Prozedur auf etwa 55 Prozent. Allerdings nur, wenn Du in den letzten 10 Jahren eine Vasektomie hattest, nach der 10-Jahres-Marke fällt sie auf nur 25 Prozent.

Tut es weh?

Wie bei vielen kleineren Eingriffen kann es zu leichten Schwellungen oder Beschwerden kommen, insbesondere im Bereich des Hodensacks. Die Schmerzen sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Eingriff verschwinden. Es kommt auch häufiger vor, dass sich eine kleine Menge Blut im Samen befindet. Vermeide schweres Heben oder körperliche Aktivitäten so lange, bis der Schmerz nachlässt. Die gute Nachricht: Du kannst Sex haben, so bald es sich gut anfühlt.

Muss ich nach der Operation verhüten?

Ja. Bis die Ärzte den Erfolg der Operation bestätigt haben, müsst Ihr anderweitig verhüten. Dieser Zeitraum dauert in der Regel etwa acht bis 12 Wochen nach der Operation.

Woher weiß ich, ob es funktioniert hat?

Etwa acht bis 12 Wochen nach dem Eingriff wirst Du gebeten, eine Samenprobe zu entnehmen. Die Ärzte werden dann das Vorhandensein von Samenzellen im Sperma überprüfen. Sind keine vorhanden, war die Vasektomie erfolgreich. Manchmal ist es auch erforderlich, zwei Proben zur Analyse vorzulegen.

Beeinträchtigt eine Vasektomie die sexuelle Lust?

Eine Vasektomie sollte Dein sexuelles Verlangen in keiner Weise beeinträchtigen. Du kannst immer noch wie gewohnt ejakulieren, nur dass Dein Sperma keine Samenzellen mehr enthält. Das sollte Deine Orgasmusfähigkeit oder sexuelle Lust aber nicht beeinträchtigen. Bei einigen Paaren kann es sogar zu neuen Ebenen der Intimität führen, da keine Verhütung mehr nötig ist. Tatsächlich gibt es nach einer Vasektomie keinerlei Grenzen für Deine sexuelle Lust – einschließlich des Gebrauches von Sexspielzeug wie beispielsweise Wearables wie dem Pivot und dem Verge von WeVibe.

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Kann ich mich auch operieren lassen, wenn ich Single bin?

Ja, insbesondere wenn Du über 30 Jahre alt bist. Aber es liegt immer im Ermessen des Arztes. Manche werden vielleicht zögern, den Eingriff durchzuführen, da Du es später bereuen könntest, v.a. wenn Du noch jung bist und noch keine Kinder hast.

Kann ich noch Sperma produzieren?

Ja. Nach der Vasektomie produziert Dein Körper noch Spermien. Der einzige Unterschied besteht darin, dass keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit gelangen können.

Beeinflusst eine Vasektomie meinen Hormonspiegel?

Nein. Eine Vasektomie hat keinen Einfluss auf die Fähigkeit, Hormone wie Testosteron zu produzieren.

Ist der Eingriff ein großes Gesundheitsrisiko?

Es sind keine größeren Gesundheitsrisiken bekannt. Wie bei allen Operationen besteht ein geringes Infektionsrisiko.

Wann ist eine Vasektomie die richtige Option?

Weil es sich nicht verallgemeinernd sagen lässt, für wen es das richtige ist, kommen hier einige Vor- und Nachteile einer Vasektomie:

Die Vorteile der Vasektomie:

  • Es ist ein zu 99 Prozent wirksames Verhütungsverfahren
  • Wird unter Lokalanästhesie durchgeführt und dauert nur 15 Minuten
  • Gilt als sicherer als Alternativen wie die Sterilisation von Frauen
  • Langfristige Nebenwirkungen sind selten

Nachteile:

  • Schwer rückgängig zu machen
  • Möglicherweise müsst Ihr zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten immer noch Kondome nutzen
  • In einigen Fällen kann es zu Hodenschmerzen kommen, die eine weitere Operation erfordern

Wenn Du Dir also sicher bist, dass Du keine weiteren Kinder mehr willst, und keine Lust auf Verhütung hast, kann eine Vasektomie die richtige Option für Dich sein. Aber das Wichtigste ist, dass Du einen Arzt konsultierst und Du Dich mit Deiner Entscheidung wohl fühlst.

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Autor

Tom hat über so ziemlich alles geschrieben: Von Robotern, die die Weltherrschaft an sich reißen, bis hin zu Gefängnissen in Bolivien. Bei O*diaries richter er seine Aufmerksamkeit aber auf die wunderbare Welt des Sex in all seinen Facetten. Durch sein Schreiben will er einen aufgeschlossenen Dialog über Themen wie Sex Positivity, sexuelle Identität und den sich ständig ändernden Begriff der Männlichkeit schaffen. Ob es ihm gelingt? Lest ihr hier...