Der Busch ist back! Drei Frauen erzählen, warum sie ihr Intimhaar wachsen lassen

pubic hair

Obwohl es absolut natürlich ist, im Genitalbereich behaart zu sein, ist Intimhaar bei Frauen immer noch ein Tabu. Es wird rasiert, gewachst und enthaart! Doch so langsam verändert sich die Wahrnehmung der weiblichen Körperbehaarung. 

Es ist Quatsch, dass uns Werbung und Gesellschaft vorgaukeln, wir Frauen müssten aalglatt im Schritt sein. Und auch wenn es mittlerweile tolle Rasierermarken wie Estrid aus Schweden gibt, die dem Trend ein gesundes Gegenbeispiel setzen, so ist unsere Wahrnehmung von weiblicher Körperbehaarung und Intimhaar immer noch falsch.

Tatsächlich ist Intimhaar von der Natur so gewollt. Die Behaarung dient als Schutzwall vor Bakterien und anderen fiesen Infektionen. Zugleich können sich in den Härchen Duftstoffe und Phäromone besser festsetzen, was wiederum auf unseren Sexualpartner verlockender wirken kann. Allein das sind gute Gründe für weibliche Körperbehaarung im Schritt. Drei weitere liefern uns diese Frauen…

Sinja, 22 Jahre alt

Wenn ich früher als Kind meine Mutter nackt sah, war kein Härchen an ihr zu entdecken. Insofern wurde mir bereits in jungen Jahren vorgelebt, dass Behaarung am Frauenkörper nichts zu suchen hat. Umso verwirrter war ich, als in der Pubertät mein Schamhaar zu wachsen begann.

Dennoch entschloss ich mich vor drei Jahren, keinen Rasierer mehr zu Hand zu nehmen. Mittlerweile liebe ich mein Beinhaar und die Haare in meinem Intimbereich. Ich finde, es bringt die natürliche weibliche Schönheit noch mehr zur Geltung!

Katrin, 38 Jahre

Ich entferne mein Intimhaar seit über 10 Jahre nicht mehr. Und ja, es hat mich eine Zeit lang Überwindung, sogar Selbstdisziplin, gekostet. Wie, wenn man eine schlechte Angewohnheit ablegt – oder sich von einem Tag auf den nächsten fettige Chips verbietet.

Seit ich mich nicht mehr rasiere, ist die Selbstliebe zu mir nur größer geworden. Mehr noch: Ich fühle mich besonders stark, wenn ich die Haare an meinem Körper ohne Scheu zeige – und wenn manche Leute darauf negativ reagieren. Denn: Ob mich der eine oder die andere nun sexy findet oder nicht, definiert mich nicht als Mensch! Das habe ich verinnerlicht, und meine Körperbehaarung hat mir dabei geholfen.

Antonia, 29 Jahre

Während der Pubertät hatte ich so wenig Haarwuchs, dass ich lange überhaupt nichts an meinem Intimhaar gemacht habe. Dann, Anfang 20, rasierte ich mir das erste Mal die Bikinizone. Als ich mich dann betrachtete, fühlte ich mich wie ein Kind. Die Vorstellung,, mir mich selbst in einem sexuellen Kontext vorzustellen, in dem ich zugleich verkindlicht werde, stößt mich ab. Ich habe nie wieder zum Rasierer (oder zu anderen Mitteln) gegriffen. Nur mit Intimbehaarung fühle ich mich weiblich. Würde mein Sexualpartner von mir erwarten, mich zu rasieren, würde ich die Beziehung augenblicklich beenden. Das ist aber auch noch nicht vorgekommen. Jeder erwachsene Mann kommt mit der Intimbehaarung der Frau zurecht – ansonsten ist er schlichtweg nicht erwachsen.

Intimhaar – ja oder nein? Deine Entscheidung!

Nun ist es natürlich jedem und jeder selber überlassen, ob sie sich den Genitalbereich rasiert oder waxen lässt – oder eben nicht. Aber vielleicht helfen die Erfahrungen dieser drei Frauen ein wenig, um mit mehr Gelassenheit die Stoppel auch mal stehen zu lassen. Alles halb so wild(wuchs!).

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Autor

Frieda arbeitete für mehr als 10 Jahre als Journalistin. Sie schrieb über Osterrezepte und Stilikonen, über den menschlichen Stoffwechsel und Michelin-besternte Restaurants. Kurzum: Sie schrieb über alles. Bis auf Sex. Und das aus gutem Grund. Lange hielt Frieda sich für durchschnittlich sexuell und überließ das Expert*innenwissen lieber anderen. Bis eine Trennung sie bewog, die Pille nach 14 Jahren abzusetzen. Da war Frieda 28. Und erst zu diesem Zeitpunkt entdeckte sie ihre wunderbare Sexualität neu. Und ihre wahre, echte, hungrige, einzigartige Libido. Seitdem praktiziert sie Sex nicht nur auf eine ganz neue Art und Weise. Sie schreibt und spricht auch darüber. Und war noch nie so erfüllt wie heute!