Sex-Pionierinnen: Diese Frauen haben unsere Lust befreit

Sex Pionierinnen

Wie wir unser Liebesleben gestalten, ist heute ganz alleine unsere Sache – zumindest sollte das so sein. Wir können Sex haben, wann, wie und mit wem wir wollen. Wir können unsere Fantasien erforschen und unser Sexleben mit aufregenden Toys noch etwas prickelnder machen. Doch diese sexuelle Freiheit war nicht immer selbstverständlich, der Weg dahin war lang. Wir stellen Euch heute fünf Frauen vor, die Pionierinnen für selbstbestimmten Sex waren.

Frida Kahlo

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907-1954) gilt als eine Ikone des 20. Jahrhunderts, die trotz vieler Schicksalsschläge nicht nur die Welt der Kunst verändert hat, sondern auch die Welt vieler Frauen. Ihre freizügigen, provokanten Selbstportraits machten sie zu einem Vorbild einer freien, starken, selbstbestimmten Frau – auch was die weibliche Sexualität angeht. In den 1970er Jahren setzt sie sich sich vermehrt politisch für die Rechte der Frau ein, eine Rolle, die sie heute zum Vorbild viele Frauenrechtlerinnen macht. Ihre Bisexualität, die ihr Mann, Maler Diego Riviera publik machte, auch, um damit seine Untreue zu rechtfertigen, machte sie bereits zu Lebzeiten zu einer Ikone Andersdenkender. In ihren Bildern griff Kahlo immer wieder Tabuthemen auf, sie stellt Geburt und weibliche Sexualität dar, ihre Bildern sind voller sinnlicher Symbole. Durch ihre Kunst und ihre unkonventionelle Lebensweise hat Frida Kahlo letztlich viel für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau beigetragen.

Ich wurde als Schlampe geboren. Ich wurde als Malerin geboren.

Susie Bright

Die amerikanische Autorin, Journalistin und Dozentin Susie Bright (61) wird nicht umsonst “Susie Sexpert” genannt, denn sie hat sich dem Thema Sexualität verschrieben und gilt als eine der ersten Frauen, die als sex-positive Feministin bezeichnet werden. Von 1982 bis 1986 arbeitete sie in einem Sex-Shop und schrieb Kurzgeschichten und Gedichte. Bei einer Lesung lernte Bright Myrna Elana kennen, die sie für das lesbische Sexmagazin “On our Backs” anwarb. Ihre Kolumnen, die dort erschienen, waren die Grundlagen für die “Susie Sexpert’s Lesbian Sex World”-Bücher. Als freiberufliche Journalistin schreibt sie Kolumnen zu erotischen Filmen und begründete die erste erotische Buchreihe für Frauen (“Herotica”). Zudem unterrichtet Bright am California Institute of the Arts das Fach “The Politics of Sexual Representation”, das erste Seminar über Pornografie an einer Universität. Gemeinsam mit Joanie Blank gründete Susie Bright mit “Good Vibrations” den ersten Sexshop in den USA. All das macht Susie Bright alias Susie Sexpert zu einer Pionierin für die sex-positive Entwicklung – und dieser Rolle ist die 61-Jährige nach wie vor treu.

Beate Uhse

Beate Uhse (1919-2001) darf getrost als “Mutter aller Sexshops” bezeichnet werden, denn sie gründete weltweit den ersten. Nach dem zweiten Weltkrieg verlor die Pilotin ihren Job und widmete sich nun mit ganzer Leidenschaft den Rechten und den Bedürfnissen der Frauen. Ihr in den 1950er Jahren gegründetes “Versandhaus Beate Uhse” für den Vertrieb von Aufklärungsmaterial baute sie bis zu ihrem Tod zum börsennotierten Konzern für Erotikartikel aus. Ihr offener Umgang mit Sexualität und Erotik stieß auf großen Widerstand, war gesellschaftlich lange umstritten. Letztendlich trägt sie zur Liberalisierung unseres Landes bei, öffnet der selbstbestimmten Sexualität alle Türen.

Spaß am Sex ist ein legitimes Recht. Die Deutschen trauen sich jetzt endlich, ihre geheimen sexuellen Wünsche zu äußern.

Ihr gesellschaftliches Erbe: Sie hat ein Thema gesellschaftsfähig gemacht, über das lange Zeit niemand gesprochen hat, sie hat die Selbstbestimmtheit von Frauen gefördert. Mit der Legalisierung der Pornografie hat sich das Unternehmen dann allerdings immer stärker auf die Bedürfnisse der Männer fokussiert. Ihr offener Umgang mit Sexualität in einer Zeit, in der das alles andere als akzeptiert war, macht Uhse aber zu einer der wichtigsten Pionierinnen der weiblichen Sexualität.

Betty Dodson

Seit den 1970er Jahren widmet sich Betty Dodson der sexuellen Aufklärung – ebenfalls mit einem sex-positiven Ansatz. Die amerikanische Autorin gilt als Pionierin der sexuellen Befreiung der Frau. Ihr bevorzugtes Thema: Masturbation. Ihr erstes Buch “Sex for One: The Joy of Self-loving” verkaufte sich über eine Million Mal. Dodson gilt als Mitbegründerin des sex-positiven Feminismus, den traditionellen Feminismus empfand die heute 90-Jährige stets zu banal und anti-sexuell. 1992 machte sie ihren Abschluss in Sexualwissenschaft am Institute for the Advanced Study of Human Sexuality, noch heute betreibt sie in New York City eine private Praxis. Bekannt ist sie vor allem dafür, dass sie in ihrer Therapie “The Magic Wand” gezielt als Masturbationshilfe für Frauen einsetzte, ein Massagegerät, das ursprünglich zur Behandlung von Rückenschmerzen gedacht war und heute als eines der bekanntesten Vibratoren-Modelle gilt.

All dieses Frauen und natürlich noch einigen mehr – wie beispielsweise die schwedische Erotik-Regisseurin Erika Lust, die Sexfilme speziell für Frauen dreht – haben wir es zu verdanken, dass heute jeder – egal welchen Geschlechts und welcher sexuellen Orientierung – seine eigene Sexualität ausleben kann. Dass Sex kein Tabuthema mehr ist und wir alle Möglichkeiten haben, beispielsweise mit innovativen Sextoys unseren Körper und unsere Bedürfnisse besser kennenzulernen. Und Spaß dabei zu haben…

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Autor

Vor einigen Jahren zog Julia nach Berlin. Nicht der Liebe wegen. Aber um sich tagtäglich mit der Liebe zu beschäftigen. Sie leitete sieben Jahre das Erotik-Ressort bei BILD.de und weil das noch nicht genug an Liebe, Lust und Leidenschaft war, schrieb sie 2016 ein Buch über das Online-Dating. Heute hat sie dem Online-Dating zwar abgeschworen, schreibt aber für O*Diaries weiterhin über die schönste Nebensache der Welt. Zum Ausgleich beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit mit unromantischen Dingen wie Bergsteigen, Lesen und dem Ghostwriting für verschiedene Buchprojekte.