Die beiden Wiener Künstlerinnen G-udit und $chwanger machen Cloud-Battlerap zu ihrem Sprachrohr – aber stets mit Humor.
Nach wochenlanger Isolation und Social Distancing fahren die Gefühle wohl bei den meisten Menschen gerade Achterbahn. Da wechseln sich Angst, Wut, Langeweile, Optimismus und Galgenhumor schneller ab, als man das Wort “Covid 19” aussprechen kann. Es spricht auch gar nichts dagegen, seine gesamte Gefühlspalette auszuleben. Nur eines sollte man tunlichst vermeiden: Liebeskummer in Zeiten von Corona. Unsere Autorin weiß, warum.
Klar, Liebeskummer möchte niemand haben, keiner schreit laut “hier!”, wenn es um das Verteilen von gebrochenen Herzen geht. Außer als Teenie, da fand man das noch so richtig herrlich dramatisch, mit der besten Freundin und Billig-Martini auf dem Bett zu liegen, Bon Jovi zu hören und zu denken, man würde gleich sterben. Wegen eines Typen, der am nächsten Tag längst wieder Geschichte war.
Als erwachsene Frau Ende dreißig bin ich kein Fan mehr von filmreifen Herzschmerz-Szenen, in denen ich die Hauptrolle spiele. Ich bin schließlich nicht Bridget Jones, auch wenn ich durchaus Ähnlichkeiten mit ihr habe. Nein, mir ist ganz generell nach dem Happy End. Dramen gab es viele, aber ein Happy End hat sich noch nicht blicken lassen. Also habe ich in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder mit Liebeskummer zu kämpfen. Meist mit eher harmlosem, zwei mal war es auch schon richtig heftig. Und was macht man da? Genau. Man fliegt für einen Monat nach Argentinien und bringt räumlichen Abstand zwischen sich und den Mistkerl. Oder man beschäftigt sich so intensiv, dass irgendwann keine Zeit mehr für das fiese Gedankenkarussell ist, das sich durchgehend dreht und dreht. Man geht mit Freunden Essen, in Kino, zum Tanzen oder fährt mit der besten Freundin an die Ostesee. Auch Wellnessanwendungen in guter Gesellschaft können zumindest angeknackste Herzen kitten.