Die Zahlen legen nahe, dass Lieblingsstellungen ein Indikator für sexuelle Selbstbestimmung sein können: Von den Frauen ohne Lieblingsstellung gaben fast 40 % an, beim Sex mit Partner*in selten oder nie zum Orgasmus zu kommen.
Hättest Du’s gedacht? Bereits Kleopatra hatte ihren ganz persönlichen Klitorisstimulator. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Papyrustüte, gefüllt mit lebenden Bienen. Kurzum: Spielzeug für die Lust gibt es schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden. Eine kleine und faszinierende Geschichte der Sextoys…
Die Geschichte der Sextoys reicht bis in das Steinzeitalter zurück. In einer Höhle am Rande der Schwäbischen Alb fanden Archäologen im Jahr 2005 einen Phallus aus der Steinzeit: Ein anthrazitfarbenen männlichen Gliedes aus Siltstein. Das Prachtstück war 19 Zentimeter lang, vier Zentimeter breit, drei Zentimeter dick und 287 Gramm schwer. Sein Alter wird auf 28.000 Jahre geschätzt.
Als wahre Erfindung der Toys gilt aber wiederum Kleopatra. Mit ihrem Vibrator, eine Papyrustüte, die mit Bienen, Ameisen oder Fliegen gefüllt war, stillte sie ihre Lust. Durch das Kribbeln und Krabbeln der Insekten ließen sich so einige Frauen im alten Ägypten stimulieren.
Kleopatras‘ Klitorisstimulator
Kultiviert wurde das Sextoy wiederum, wie so oft, im alten Griechenland
– und zwar etwa 800 Jahre v. Christus. Zu dieser Zeit beglückten Frauen sich mit so genannten Olisbos. Dabei handelte es sich um einfache, aber raffiniert gestaltete Tondildos, die mit lauwarmen Wasser gefüllt waren. Auch Dildos aus Holz und mit Leder überzogen wurden zu dieser Zeit gefertigt.
Im Mittelalter propagierte die Kirche Zucht und Ordnung. An den Höfen jedoch wurden regelrecht Sex-Orgien veranstaltet. Und hier kamen auch Hilfsmittel zum Einsatz. Im 12. Jahrhundert hießen diese in Frankreich „Godemichè“ (= künstlicher Penis), in Italien wiederum „Dilettos“ (= Freude, Vergnügen). Dabei dienten die historischen Sextoys nicht nur dem Lustgewinn. Vor allem „typisch weibliche Beschwerden“ wie Bauchweh, Blässe, Nervosität, Verwirrung, vaginale Feuchtigkeit oder eine ausgeprägte Fantasie wurden durch die Herbeiführung von Hysterie (einem Orgasmus) behandelt. Allerdings wurden hier ab dem 4. Jahrhundert weniger kreative Mittel genutzt, als zu Kleopatras Zeit: Einfache Holzdildos aber auch Gemüse reichten zur Behandlung der Frauen. Nonnen und Witwen nahmen diese Anwendungen vor, die den armen „Patientinnen“ auch andere Mittel, wie beispielsweise Knoblauch oder Ochsengalle einführten. Verheirateten Frauen wurde wiederum zu verschäften Geschlechtsverkehr mit dem Gatten gerade. Wie erfolgreich die Behandlungen war, könnt Ihr Euch ja denken…