#DudenIstSchwul: Drei Jungs kämpfen gegen Diskriminierung

DudenIstSchwul

In welchem Jahr leben wir eigentlich?! Diese Frage ploppt unweigerlich auf, wenn man im Duden die Bedeutung des Wortes “schwul” nachschlägt. Schlimm genug, dass es immer noch Leute gibt, die negative Ereignisse als “schwul” bezeichnen und es das meist gebrauchte Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen ist. Aber was im Duden unter der Bedeutung des Wortes steht, macht einen doch etwas fassungslos: “in Verdruss, Ärger, Ablehnung hervorrufender Weise schlecht, unattraktiv, uninteressant”. Zusätzlich wird noch ein Bespiel angeführt: “Die Klassenfahrt war voll schwul”. 

Äh ja… Sollte man nicht meinen, im Jahr 2020 sei Homosexualität in unserer Gesellschaft angekommen? Das denken auch drei Podcaster und haben der Duden-Diskriminierung den Kampf angesagt. In einem ihrer letzten Folgen des Podcast SCHWANZ & EHRLICH thematisierten sie die negative Wortbeschreibung – und das stieß schnell auf Resonanz in den sozialen Medien. Die Aktion mit dem Hashtag #DudenIstSchwul knüpft an eine RTL-Kampagne aus dem vergangenen Sommer zur Show “Prince Charming”. Da hieß es: „Kuscheln ist schwul“, „Tanzen ist schwul“ oder „Liebe ist schwul“. Damit versuchte RTL nach eigener Aussage, dem Wort „schwul“, die negative Bedeutung zu nehmen: „Wir geben dem Wort ‚schwul‘ endlich die positive Bedeutung zurück, die es verdient hat“, so der Sender in einer Pressemitteilung.

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Lars Tönsfeuerborn (29), Mirko Plengemeyer (30) und Michael Overdick (27) haben es sich nun ebenfalls zur Aufgabe gemacht, auf die Diskriminierung hinzuweisen. Auf ihrem Instagram-Account haben die Podcaster eine Umfrage gestartet – mit einem klaren Ergebnis. 89 Prozent der Befragten sprechen sich klar gegen die negative Wortbedeutung aus. Wie gut, dass sogar Bücher wie der Duden nicht in Stein gemeißelt sind…

Seht ihr genau so? Dann solidarisiert Euch unter dem Hashtag #DudenIstSchwul.

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Autor

Vor einigen Jahren zog Julia nach Berlin. Nicht der Liebe wegen. Aber um sich tagtäglich mit der Liebe zu beschäftigen. Sie leitete sieben Jahre das Erotik-Ressort bei BILD.de und weil das noch nicht genug an Liebe, Lust und Leidenschaft war, schrieb sie 2016 ein Buch über das Online-Dating. Heute hat sie dem Online-Dating zwar abgeschworen, schreibt aber für O*Diaries weiterhin über die schönste Nebensache der Welt. Zum Ausgleich beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit mit unromantischen Dingen wie Bergsteigen, Lesen und dem Ghostwriting für verschiedene Buchprojekte.