Es ist die traurige Fortsetzung der #MeToo-Bewegung: Derzeit geht der Hashtag #WhyIDidntReport (zu Deutsch: „Wieso ich keine Anzeige erstattet habe“) im Netz viral. Hier berichten Frauen über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch.
Nur mal so eine Spekulation: Ich denke, Du hast auf diesen Artikel geklickt, weil Du dich fragst, warum zur Hölle jemand darauf steht, dass jemand die Sch…. aus ihm rausprügelt (oder derjenige zu sein, der prügelt). Vielleicht fragst Du dich auch, ob Du nicht eigentlich selbst den Wunsch hast, das mal auszuprobieren und ob Du deswegen pervers bist? So oder so, hier kommt alles, was Du über Sadomasochismus wissen solltest.
Das Mainstream-Ich
Die Medien sind überschwemmt mit Darstellungen von BDSM – von Bonding über Sex Lives, bis hin zu Secretary und Fifty Shades, im Grunde ist es überall. Es gibt so eine Fülle – Bondage, Disziplin, Dominanz, Unterwerfung, Sadomasochismus mit Zustimmung – das kann alles ziemlich verworren sein.
Nirgendwo wird das deutlicher als im Spiel mit dem Schmerz.
Warum lässt sich jemand freiwillig auspeitschen? Warum macht es jemandem Spaß, jemanden mit einem Rohrstock zu schlagen, bis er schreit. Wie kann man nur wollen, dass man ausgepeitscht, versohlt, bestraft wird? Wie fühlt sich die Person, die jemandem Schmerzen zufügt? Wie kann man ‚ja‘ oder ’nein‘ sagen?
Was hat es mit SM Sex auf sich?
Holen wir das ‚SM‘ mal aus ‚BDSM‘
Was besonders verworren und teilweise auch falsch ist, ist die Weise, wie Menschen über das ‚SM‘ in ‚BDSM‘ denken. Ich spreche von Sadomasochismus: Das Geben und Empfangen von Schmerz, aus dem man sexuelle Lust schöpft.
Kenneth Play, ein internationaler Sex-Experte und Sex Hacker, erklärt mir, dass das sadomasochistische Element in BDSM etwas anderes ist als die Teile Bondage, Dominanz und Unterwerfung – obwohl es Teil der gleichen Gattung ist (daher der Oberbegriff „BDSM“). „Während es intuitiv erscheinen mag, dass die dominante Person diejenige ist, die Schmerzen zufügt (Sadismus) und die unterwürfige Person die, die sie empfängt (Masochismus), kann diese Dynamik tatsächlich invertiert werden. Zum Beispiel kann die dominante der unterwürfigen Person ganz genau sagen, wie sie es gerne hätte, dass diese ihr Schmerzen zufügt, quasi ‚topping from the bottom‘, wie es in BDSM-Gemeinschaften heißt“, sagt er. „Bondage ist ein separater Akt von den oben genannten vier, bei dem es darum geht, auf verschiedene Weise gefesselt zu werden und selbst zu fesseln.“