Selfies sind eine Bitte nach Komplimenten – Warum wir uns dabei nicht schlecht fühlen sollten

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‘Ein hübsches Selfie ist eine Bitte nach Komplimenten’ sagte Sarah Kuttner mal in einem Interview. Und sie hat Recht: Wenn ich Selfies von mir poste, freue ich mich über Likes und Zuspruch von außen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich eitel bin.

Montag früh, 8 Uhr 30, Bushaltestelle, 3 Grad Celsius. Ich warte und ziehe verträumt mein Handy aus der Tasche. Eigentlich zum Podcast hören auf dem Weg zur Arbeit. Dann öffne ich Instagram und tippe auf eine neue Story. Heute Morgen gefalle ich mir, warum auch immer, mehr als sonst. Ich habe Lust auf ein Selfie, zack, der passende Filter und ein total ironischer Spruch dazu. #wokeuplikethis. Aber dann mache ich doch einen Rückzieher. Ich bin schließlich weder eitel noch Influencerin, warum sollen sich meine Follower heute Morgen ein Bild von mir anschauen? Ich schäme mich etwas, poste stattdessen ein unschuldiges Foto von Berlin im Herbst und steige in den Bus.

Ein Selfie ist eine Bitte nach Komplimenten?!

Sarah Kuttner sagte einmal, ein gutes und hübsches Selfie sei für sie immer eine Bitte nach Komplimenten und somit ein Zeichen von Unsicherheit. Eine Aussage, die ich so auch in jedem meiner Lifestyle-Podcasts hören könnte, sie klingt weise und erwachsen. Wer gibt schon zu, gern Selfies von sich zu machen? Trotzdem sehen wir sie überall, sie sind das Sand am Meer von Instagram und Co. Sowas nennt man vielleicht paradox, in jedem Fall aber ambivalent. Ja, ich habe ein kompliziertes Verhältnis zu Selfies. Und ich wage zu behaupten, dass es vielen von uns so geht. Und das ist überhaupt nicht verwerflich.

Ja, ich mache Selfies! Nein, ich bin nicht eitel!

Meine beste Freundin macht mir oft Komplimente, sie sagt ich sei schön und einzigartig. Und das macht mich glücklich.

Niemand würde je auf die Idee kommen, mich deswegen als eitel zu bezeichnen.

Und doch erfüllt ein solches Kompliment einige wichtige Funktion: es ist ein Ausdruck von Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Diese unmittelbaren sozialen Werte werden in unserer digitalen Welt immer seltener. Wir sind gestresst in unserem schnelllebigen Alltag, haben viel zu erledigen. Vor allem in Großstädten trifft man seine Freunde manchmal nur selten. Ich freue mich also, wenn ich sie virtuell sehe und denke bei einem Selfie nicht an Eitelkeit (Ausnahmen bestätigen die Regel, #wokeuplikethis!). Ein Like oder ein kurzer Kommentar ersetzen zwar kein gesprochenes Kompliment. Ein Selfie ersetzt aber ja auch keine persönliche Begegnung.

Go Selfie – Für ein bisschen mehr Selbstliebe

In der Mittagspause mache ich einen Spaziergang durch den Park und weil das goldene Licht im Herbst so schön ist, mache ich doch ein Selfie. Und poste es. Es geht dabei um Selbstliebe, nicht um Eitelkeit, das habe ich für mich herausgefunden. Likes können Zuspruch und Anerkennung geben in unserer Zeit, die leider oftmals eine kühle und einsame ist. Wir kommunizieren jeden Tag digital, warum sollen wir uns damit nicht einfach wohl fühlen und uns ein paar Komplimente abholen? Wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, ein bisschen selbstverliebt, was ist daran auszusetzen? Überhaupt nichts! Go Selfies! (Aber bitte nicht im Museum vor den Exponaten oder im Konzert bei der heißgeliebten Lieblingsband. Es gibt Grenzen!)

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