Was ist dran am neuen Internet-Gerücht „Dead Vagina Syndrom“?

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Im Internet kursiert ein neues Gerücht: das Dead Vagina Syndrom. Frauen berichten davon, dass sie nach zu heftigem Masturbieren nicht mehr zum Orgasmus kommen können, beziehungsweise, dass sie mit ihrem Partner keinen Höhepunkt mehr erleben. Ihre Vagina also quasi „tot“ sei. Wir wollten wissen, ob es sich um ein neues Schreckensgespenst handelt, dass Frauen am Solo-Sex hindern soll oder wirklich um eine ernst zu nehmende Diagnose.

„Ja, das Phänomen gibt es“, bestätigt die Münchner Sexualtherapeutin Dr. Heike Melzer. Denn manche Sex Toys würden zu den sexuellen Superreizen gehören. „Einmal auf sie konditioniert, kann es schwer fallen durch Berührungen mit Zunge, Penis oder Hand beim partnerschaftlichen Sex zu kommen.“

86 Prozent der deutschen Frauen praktizieren inzwischen Solo Sex. Bei diversen Umfragen zeigte sich, dass 40 Prozent der Befragten ein Sex-Toy besitzen, viele sogar 2 bis 3 Stück. Viele kommen dadurch schneller zum Orgasmus, meist unter zehn Minuten. Damit sie rasch heiß wird, sorgen Vibratoren mit starken Motoren für intensive Reize. Dabei ist die Klitoris mit ihren 9000 Nervenendungen (doppelt so viele wie beim Penis) meist ihr Zielobjekt. Die Klitoris wird dann ganz stark gereizt, dabei entsteht Anspannung, die sich – wenn sie nicht mehr zu halten ist – plötzlich entlädt: Bäm! Ein Orgasmus kommt.

Wenn es richtig knallt? Ein Glück gibt’s den Womanizer

Die empfindliche Lustperle wird durch manche Toys so heftigen Reizungen ausgesetzt, dass sie quasi kollabiert. Das fühlt sich erst mal toll an, kann aber auch negative Folgen haben: „Je häufiger und länger Vibratoren im Einsatz sind, umso höher ist die Chance, dass der Körper sich an die starken Reize gewöhnt“, erklärt Melzer. Ausführlich dazu schreibt sie in ihrem aktuellen Buch „Scharfstellung – Die neue sexuelle Revolution“. Man kommt also quasi nur, wenn es richtig knallt. Da der Penis jedoch weder vibriert, noch pulsiert und schon gar nicht so viel Power wie ein Motor hat, kann er mit der Supernova eines Vibrators nicht mehr mithalten. Das wäre, also ob man vom Porsche zum Käfer umsteigt. „Die Rezeptoren der Klitoris reagieren dann nicht mehr ausreichend stark auf natürliche partnerschaftliche Reize“, erklärt Melzer. Streicheln, Lecken oder sanftes bis stärkeres Reiben nehmen die Nervenenden der Klitoris gar nicht mehr wahr. Das ist ein Lüftchen gegen den Sturm eines Vibrators. Aus gutem Grund wurde von Womanizer die Pleasure Air™ Technology erfunden, die die Klitoris indirekt und berührungslos stimuliert. Eine Überreizung oder ein Gewöhnungseffekt wird so ausgeschlossen.

Angst vorm Syndrom: Sollte man den Vibrator lieber weglassen?

„Die Dosis und Stärke ist sicherlich ein Thema, welches wir im Auge behalten sollen. Für die ein oder andere Frau ist der Orgasmus to go mit dem kleinen Sex Toy-Boy ihrer Wahl schon zu einer Gewohnheit mit Belohnungscharakter geworden“, erklärt Melzer. Seitdem die Geräte in Lippenstiftgröße in jede Clutch passen, berichten Therapeutinnen von häufigem Konsum nach dem Motto: frustrierendes Meeting? Vom Chef angepflaumt? Macht nichts. Frau verschwindet kurz und verschafft sich einen Lustkick mit anschließender Dopamin-Ausschüttung. So kann es vorkommen, dass Frauen 4-5 Orgasmen am Tag haben. Dass die Klitoris dann auf sanfte Reize nicht mehr reagiert, liegt auf der Hand.

Die Ärztin ist mit dem Begriff „Dead Vagina Syndrom“ jedoch unzufrieden. „Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich den Begriff unglücklich gewählt finde, denn die Vagina ist alles, aber nicht tot“, erklärt sie. Sex Toys verteufeln will sie auch nicht. „Es gibt Frauen, die schwer zum Orgasmus kommen, da kann ein Toy ein wahres Wunderding sein. Sie plädiert deshalb für einen Gebrauch auch im partnerschaftlichen Setting, „allerdings in gemäßigter Dosis, sodass der Körper sich nicht zu sehr auf die Vibratoren versteift.“

Was tun, wenn die Vagina nur noch auf Superreize reagiert?

„Das Sex Toy in die Schublade machen und in einen sexuellen Detox gehen, ähnlich einer Fastenzeit“, rät die Expertin. Genauso wie man regelmäßig eine Auszeit von Facebook, Instagram oder Handy nehmen sollte, kann es helfen den Lustspender mal links liegen zu lassen. Das gibt den Nerven Zeit runterzufahren und das Syndrom wird leichter.

Wenn einen die Lust überkommt, sich einfach selbst streicheln. Das fühlt sich erst mal nicht so bombastisch an. Soll es aber auch nicht. Reinspüren, reinfühlen und die eigene Erwartungshaltung an den schnellen Orgasmus ablegen. Außerdem empfiehlt Melzer: „Regelmäßig Exposition am lebenden Objekt“. Danach wieder ran an den Partner und seine Zuwendung mit der Hand, Lippen oder Penis spüren und genießen. Nach ein paar Wochen Vibrator-Verzicht „schmeckt auch die partnerschaftliche Kost wieder besser“, so Melzer.

Hier geht es zur Webseite von Dr. Heike Melzer.


Autorin: Tina Molin

Photo by Kira Ikonnikova on Unsplash

 

 

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