Love & Relationship Day von Amorelie: Im Interview mit Speaker Nele Sehrt

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Nele Sehrt ist Diplom-Psychologin, Sexual- und Paartherapeutin. Und sie ist Speakerin beim „Love & Relationship Day“ von AMORELIE, der am 6. September anlässlich des 6. Geburtstags des Online-Shops in Berlin gefeiert wird. Im Interview spricht Nele Sehrt über Sexualität in Beziehungen, Orgasmusstörungen und Sexpausen…

Du bist am 6. September 2019 Speakerin bei dem 6. Geburtstag von Amorelie, dem ersten „Love & Relationship Day” in Berlin. Was wird Dein Thema sein?

Ja. Ich werde von Liebe, Lust & Partnerschaft erzählen. Es gibt Dinge, die immer wieder in meiner Praxis Thema sind und ich denke, es ist sehr sinnvoll, dass man das mal gehört hat. Denn schlimmstenfalls merkt man, dass viele Dinge und Themen ganz normal sind und man sich nicht alleine auf die Suche nach einer Lösung machen muss. Partnerschaft und Lust lernen wir ja nicht in der Schule. Und es gibt so einige Facts, die das Leben etwas entspannter werden lassen.

Nele Sehrt

Du arbeitest schon lange mit Amorelie zusammen – wie kam es dazu?

Ich wurde eingeladen, bei der Präsentation der Post Baby Box dabei zu sein und etwas über Sexualität zu erzählen. Das war ein tolles Event. Später wurde ich gefragt, Teil der ersten Podcast-Folge zu werden und über Selbstliebe, Selbstbewusstsein und Selbstwert zu sprechen – und nun feiern wir den 6. Geburtstag in Berlin und ich freue mich total auf den Workshop.

Du bist Diplom-Psychologin und Paar- und Sexualtherapeutin: Was sind die häufigsten Probleme der Menschen, die zu Dir kommen?

Das ist ganz unterschiedlich. Auf der Paarebene geht es um Kommunikationsprobleme, ein fehlendes Miteinander, den Umgang mit Affären, Lustlosigkeit, Erektionsprobleme, ungewollte Kinderlosigkeit und vieles anderes. Aber auch persönliche Themen wie Burn Out, Lebenskrisen, falsche Partnerwahl, sich selbst sortieren zu wollen und Ängste sind Themen, bei denen es sich lohnen kann, die mal genauer anzuschauen. 

Wie stark unterscheiden sich da die Probleme zwischen Männern und Frauen, die zu Dir in die Praxis kommen?

Hmm. Ich würde eher von den Gemeinsamkeiten sprechen, als von den Unterschieden. Denn die Entwicklung des Selbstwertgefühls und wie ich mich traue mit der Welt in Kontakt zu treten, ist geschlechtsunabhängig. Und dann gibt es natürlich auch Unterschiede der weiblichen und männlichen Sexualität – aber selbst das kann nicht wirklich pauschalisiert werden. Ich betrachte den Menschen gerne individuell, denn das ist er auch.

Viele Männer leiden unter dem Druck, „es im Bett bringen zu müssen“: Was rätst Du diesen Menschen?

Also, erst einmal möchte ich eine Lanze für die Männerwelt brechen: Die weibliche Sexualität ist so verschieden – die eigenen oralen Fertigkeiten können bei der einen zu multiplen Orgasmen führen, bei der anderen regt sich dadurch gar nichts. Ich glaube auch, dass der Druck durch die Emanzipation größer geworden ist, weil wir glücklicherweise immer mehr wissen über den fabelhaften weiblichen Körper und die Sexualität jetzt auch immer mehr durch Frauen geprägt wird. Wichtig ist, dass wir nicht kommunikativ kämpfen, sondern lustvoll uns entdecken – und das braucht Zeit und Raum. 

Viele Frauen können wiederum den Kopf nicht frei machen im Bett, fühlen sich vielleicht in ihrem Körper nicht wohl oder leiden an „Mental Load“. Die Folge: Orgasmusstörungen. Wie lässt sich das Problem angehen?

Das kann an verschiedenen Dingen liegen. Grundsätzlich ist die Sexualität in der Gesellschaft eher männlich geprägt: Es geht viel um visuelle und auditive Reize – taktile Reize, Begehren und Nähe stehen meist nicht im Vordergrund. Wir sollten beginnen uns zu trauen, die Sexualität so zu gestalten wie sie uns gefällt – und wir nicht von uns verlangen, alles was uns angeboten wird, als lustvoll empfinden zu müssen. Und ich finde, dass man viel mehr verstehen sollte, wie die eigene Lust und die der Klitoris funktioniert. Auch deshalb freue ich mich auf das Event in Berlin, weil die meisten Lösungen sehr nah sind und gar nicht so weit weg – auch wenn es meist so erscheint. 

Gerade in einer langjährigen Beziehung zwischen zwei Menschen: Wie kann man den erotischen Funken am Leben halten?

Oh ja, das ist ein beliebtes Thema. Sexualität ist die Bestätigung der Paarebene. Je mehr ich zum Paar werde durch Händchenhalten, Zusammenziehen, Heiraten, Haus kaufen, Kinder kriegen, … desto weniger brauche ich diese Bestätigung. Es geht also um eine Transformation der Lust von einer beginnenden funktionalen Struktur mit dem süchtigen Verhalten des Verliebt-Seins in eine tiefe, echte Sexualität des Miteinanders. Das kann beschwerlich, aber auch spannend sein. Es ist vergleichbar, ob ich auf den Wellen des Meeres reiten möchte oder mich in die Tiefen des Ozeans gleiten lasse. Beides hat seinen Reiz und unterschiedliche Qualitäten.

Wie stehst Du zu Dingen wie eine Sexpause in der Beziehung einzulegen?

Ich bin dafür, die Sexualität so zu strukturieren, dass es einem Spaß macht. Pause möchte ich nur haben, wenn ich etwas nicht mag. Das ist aber defizitorientiert. Ich arbeite lieber lösungsorientiert und frage dann gerne, was in dem Geschenk Sexualität sein muss, dass ich es kaum erwarten kann, es auszupacken. Meist hat man keine Lust auf Sex, wenn der Beginn des letzten sexuellen Aktes so lala war. Ausgenommen natürlich, wenn man generell Sexualität wenig bis keinen Stellenwert gibt. Das ist auch völlig in Ordnung. Denn Leistung hat beim Sex nichts verloren.

Inwieweit können Sextoys helfen, manche dieser Probleme zu lösen?

Auflegevibratoren können beispielsweise helfen, die eigene Empfindlichkeit des Klitorisspitze besser wahrnehmen zu können – allerdings zeigen auch Studien, dass wenn man sich zu sehr darauf konzentriert, die Lustlosigkeit gegenüber der Penetration zunimmt. Ein Penis kann eben nicht vibrieren und der Körper ist auch fähig, ohne Sextoys zu grandiosen Höhepunkten zu kommen. Es ist also wie immer: Es kann eine wundervolle und lustvolle Variationsbreite, aber auch Leistungsdruck schaffen oder es lässt einen manchmal auch zu einseitig ‚trainieren‘.

Wenn Du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest: Was wäre das?

Ich würde mich freuen, wenn das, was ich durch meine Ausbildungen und Praxiserfahrung lernen durfte, zum Allgemeinwissen gehört. Das würde das Leben leichter machen. Deshalb freue ich mich auch so auf den Workshop in Berlin. Denn Sexualität hat eine phantastische Bandbreite, sie ist sehr individuell und – das ist das Schönste – sie ist etwas Natürliches und genügt sich selbst.


Erlebt Nele Sehrt beim „Love & Relationship Day“  von AMORELIE. Am 6. September 2019 wird das Humboldt Carré in Berlin für einen Tag in die Welt von AMORELIE verwandelt. Unter dem Motto „Beziehungen sind der Schlüssel zum Glück“, erwartet Euch ein Tag voller spannender Talks, Workshops und Aktivitäten. Lasst Euch inspirieren, erfahrt mehr rund um die Themen Sex, Partnerschaft und Liebe und setzt ein Zeichen, dass genau diese wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken – ohne Scham und ohne erhobenen Zeigefinger!

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Fotocredig: Claudius Pflug

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