KlitClique rappen über alles, was sie nervt: Machos, Macht und männliches Gehabe

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Die beiden Wiener Künstlerinnen G-udit und $chwanger machen Cloud-Battlerap zu ihrem Sprachrohr – aber stets mit Humor. Einer ihrer Songs heißt „Chérie, je suis un genie“ und ihr erstes Album „Schlecht im Bett, gut im Rap“. Was übrigens auch ihre Antwort auf Anmachsprüche ist.

Ihre Wurzeln hat KlitClique an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Aus dem Umfeld der kreativen Wiener Universität stammen auch schon die Burschenschaft „Hysteria“ und Autorin Stefanie Sargnagel. Ursprünglich wollten G-udit und $chwanger als bildende Künstlerinnen von ihrer Arbeit leben, doch „wir wurden dort ausgeblendet“, verraten sie im Gespräch. Doch G-udit und $chwanger haben sich durch KlitClique „wieder ein- und weiter gebildet“.

Goldketten und Jogginghosen werden zu Stilmittel

In Hip-Hop sind die beiden quasi hineingewachsen. Der Musikstil, der Outsidern eine Sprache gibt, die die Gesellschaft sonst nicht hört, passt zu ihnen. Als Frauen fühlen sie sich nämlich nicht als Teil der männlich geprägten „Leitkultur“. Ihr feministischer Rap ist weniger Ghetto, sondern eher Art. Wie Künstlerin Tracey Emin, bringen sie weibliche Themen und Sichtweisen plakativ in die Öffentlichkeit. Goldketten und Jogginghosen werden zu Stilmittel, genauso wie Kunstzitate und gepitchter Autotune-Gesang.

Gemeinsam sprechen sie neun Sprachen. Doch wenn es um ihr Alter, ihren Familienstand oder ihre Herkunft geht, werden sie einsilbig. Nur das Wort „Diaspora“ verraten sie dann. Doch so viele Sprachen zu sprechen, macht etwas mit ihnen – und ihrer Musik. Ihr Rap ist brüchig, mit Versprechern und aufbrechenden Sätzen. „Wenn man zwei Muttersprachen hat, denkt man,die andere Sprache jeweils mit. Und man neigt dazu, Ausdrücke zu formen, um sich zu helfen. Mit Sprache zu spielen, als wäre es eine formbare Masse, ist ein produktiver Zugang“, sagten sie dem Spike Art Magazine.

KlitClique

KlitClique: Keine hammerschwere Feministinnenkeule

Auch in unserem Interview strotzen sie vor Wortwitz. Auf die Frage: „Ist die Klit in Wahrheit Euer drittes BandmitGLIED 😉 ?“ kommt die Antwort: „Seit Elfriede Jeliklit den Kliteraturpreis für ihr Klitney Spears Gedicht bekam, kommt sicher bald Klitokratie.“

Anstelle hammerschwer die Feministinnenkeule zu schwingen, gehen es KlitClique mit viel Humor an. Ihr Heimatlabel heißt „Schlecht im Bett“ und auf der Bühne treten sie schon mal mit Pussyriot-Wrestlerinnen auf. Humor rettet sie „maßgebend“, wie sie sagen. Denn „Sexist Rap ist ja nur ein amplifizierter Teil eines Problems, das in der gesamten Gesellschaft besteht.“

Wo Humor nicht mehr hilft, greift Solidarität „Wir versuchen mit Veranstalterinnen, Technikerinnen und Fotografinnen zu kooperieren.“ Gemeinsam zum Erfolg! Deshalb waren sie auch Support-Act bei Stefanie Sargnagels Tour und arbeiteten bei ihrem Video „Der Feminist“ mit Choreografin Florentina Holzinger zusammen. Zu ihren Vorbildern gehören Gudit of Somalia, Judith Holofernes, Missy Elliott, Gloria Steinem, doch auch 2 Live Crew und Taktloss.

Zur Solidarität kommt auch eine Mission. Wenn KlitClique im Gespräch leisere Töne anschlägt, hört man ihre Hoffnung. Bringt es etwas über Sexismus zu rappen? „Therese Terror hat mal gesagt, es gebe so kollektive Traumata und wir sprechen mit unseren Songs manche davon an und irgendwie hilft das manchmal irgendwemINNEN“. Musik als Kur, KlitClique als Therapeutinnen – und Vordenkerinnen. Ihr Traum: „Eine Oper produzieren, ein Visual Reality 3D Museum in China by Pvssykrew, 96 % Frauen Lineups, Präsidentinnen etc.“. Apropos Präsidentinnen: ihr Wunsch für Frauen im Jahr 2028? „US Präsidentin Christine Blasey Ford und in Österreich Stefanie Sargnagel“.


© Photo by Elsa Okazaki 2018

Autorin: Tina Molin

 

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