Buchtipp: Hanna Herbst’s „Feministin sagt man nicht“ haben wir gebraucht

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Hanna Herbst hat ein Buch über Feminismus geschrieben. Das allein mag Kenner*innen und Liebhaber*innen zunächst nicht überraschend. Was dann aber doch überrascht, ist die Tatsache, wie notwendig dieses Buch ist. 

Der Titel spielt darauf an, dass das Wort „Feministin“ allein immer noch für Ressentiments sorgt. Für viele Männer sind sie einfach nur „hässliche, männerhassende, frigide Heterofrauen“, sagt Autorin Hanna Herbst in der WELT. Und auch viele Frauen halten Feministinnen oftmals für militante Spaßbremsen. Gleichermaßen ist Feminismus im Mainstream angekommen: Große Modeketten verkaufen T-Shirts mit Statement-Aufdruck. Die #MeToo-Debatte hat selbst in konservative Feuilletons Wellen geschlagen und Popstars besingen die Weltherrschaft der Frauen. Wie ist es denn nun, Feminist*in zu sein. Hanna Herbst kennt die Antwort und rollt in ihrem Buch Themen wie Frauenquote, Patriarchat, Onlinehass, sexuelle Belästigung, Pornografie und Körperkult auf.

Acht knackige Kapitel umfasst „Feministin sagt man nicht“. Dabei gelingt es der Autorin, die durchaus komplexen Themen auf 136 Seiten auf den Punkt zu bringen. Hanna Herbst räumt mit der Komplizenschaft von Frauen am Erhalt des Patriarchats auf. Sie schreibt über die Machtverteilung innerhalb unserer Gesellschaft und über Hassbotschaften im Internet. Dabei nimmt die ehemalige Vice-Chefredakteurin wie gewohnt kein Blatt vor den Mund.

Hanna Herbst Feminismus sagt man nicht

„Feministin sagt man nicht“: Der rote Faden ist das eigene Leben

Der rote Faden ist ihr eigenes Leben, beginnend bei ihrer Kindheit, später der Pubertät. Dabei gelingt der Autorin ein erzählerischer Spagat: Trotz der autobiografischen Komponente, verknüpft Hanna Herbst mühelos geschichtliche Ereignisse wie den Kampf der Sufragetten mit zeitaktuelle Geschehnissen in Zeiten von Trump. Alles überspannt von der persönlichen Erfahrung und Erinnerung. So fungierte ihr Bruder lange als Vorbild für sie. Denn er war es, der seine Ziegenfellmütze stolz in der Schule trug, wodurch sie wiederum lernte, dass es egal ist, was andere denken.

Und wo wir gerade von Vorbild reden: Vielleicht möchte Hanna Herbst genau das mit ihrem Buch nun für andere sein. Denn wie die Autorin gegenüber dem ORF erzählt, habe sie das Buch vor allem für junge Frauen und Männer verfasst, die sich bisher mit der Thematik des Feminismus noch gar nicht oder zumindest nicht so intensiv auseinander gesetzt haben. „Es ist wichtig, mit 20 jemanden zu haben, mit dem man sich identifizieren kann, der nicht belehrt, sondern unsicher und merkwürdig wie man selbst ist“, sagt die Autorin gegenüber dem ORF.

Aus gutem Grund wählt Hanna Herbst in „Feminist sagt man nicht“ eine deutliche Sprache. Die Autorin ist alles andere als neutral, das Buch ist kein Geschichswerk – und will es auch gar nicht sein. Stattdessen ist es eine temporeiche Sammlung wichtiger und einordnender Gedanken. Herbst zeigt, dass die Kämpfe und Forderungen der Vergangenheit immer noch aktuell – oder vielleicht sogar aktueller denn je sind.


Hanna Herbst: „Feministin sagt man nicht.“, Brandstätter Verlag, 136 Seiten, 20 Euro

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