Alltäglicher Sexismus am Arbeitsplatz: Drei Wege, damit umzugehen

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Der Sekretärin auf den Hintern zu schlagen, ist zum Glück ein Klischee, dass der Vergangenheit angehört. Zumindest weitestgehend. Doch alltäglicher Sexismus am Arbeitsplatz ist für viele Frauen ein Problem. Wie geht man mit beiläufigen Kommentaren und unangemessenem Verhalten um? Das finden wir gemeinsam heraus…

So sehr wir auch so tun wollen, als wären die Tage der weißen, alten Männer gezählt: Der Alltag sieht anders aus. Sexismus am Arbeitsplatz ist weniger klischeehaft, aber immer noch existent. Viele Frauen berichten, dass sie in Meetings unterbrochen oder überredet werden. Oder gebeten werden, Kaffee zu holen. Und das ist nur der Anfang. Alltäglicher Sexismus erstreckt sich auf viele, noch ernstere Bereiche wie Lohn oder Beförderung. Wie geht man also effektiv damit um, ohne die Situationen für sich selbst noch zu verschlimmern?

#1: Unangemessene Kommentare

Viele Frauen haben es schon einmal erlebt: Kollegen dabei zuzuhören, was heutzutage lächerlicherweise als „locker room talk“ bezeichnet wird (Trump sei Dank). Der Witz: Auch Frauen benutzen Umkleideräume und kommen dabei nicht auf die Idee, sexistische Gespräche nach dem Training als harmlos oder entschuldbar zu bezeichnen. Eine Freundin erzählte mir neulich, dass sie gehört hat, wie männliche Kollegen die Frauen des Büros bewerteten. Sie war noch angewiderter, als sie hörte, dass besagte Kollegen es nicht mal schlimm fanden, dass meine Freundin davon wusste. Sie gehöre ja quasi dazu und sei „eine von ihnen“.

Wie geht man nun damit um? Eine bewährte Methode ist, so zu tun, als würde man den anderen oder die anderen nicht verstehen. So zwingt man nämlich die Kollegen dazu, ihren Standpunkt zu erklären. Manchmal, wenn Menschen die Gründe für ihr Handeln erklären müssen, wird ihnen bewusst, wie deplatziert das Verhalten in Wirklichkeit ist. Stellen wir uns einmal vor, meine Freundin hätte ihre Kollegen gezwungen, zu erläutern, was die Bewertung von Frauen ihrer Meinung nach bedeutet. Und was der Zweck von dem Ganzen ist. Wahrscheinlich hätte dies die Männer zum Nachdenken angeregt.

#2: Klischeehafte Labels

Selbstbewussten Frauen wird oftmals das Label „rechthaberisch“ aufgedrückt. Wenn dieses Label auch ab und an an Dir klebt, kann es durchaus passieren, dass du Dich klein machst, um dem Ruf der Rechthaberischen zu entkommen. Aber wer hat eigentlich gesagt, dass es schlecht ist, ab und zu „bossy“ zu sein? In den letzten Jahren haben ebenjene Frauen an Popularität gewonnen, die sich als Girl Boss oder (besser noch) einfach nur als Boss im Allgemeinen präsentieren.

Wie also damit umgehen, wenn man gelabelt wird? Die Antwort: Sei dir selbstbewusst darüber klar, dass Du die Eigenschaft „bossy“ besitzt. Denn da das ein Punkt ist, der männliche Mitarbeiter stolz macht, sollte das auch für Dich gelten. Und wenn es hart auf hart kommt, kannst Du die prähistorischen Vorstellungen über Frauen am Arbeitsplatz auch einfach aushebeln, indem Du sagst: „Oh, vielleicht ist es einfach eine Generationssache. Aber ich persönlich nehme es als Kompliment, wenn man mich „bossy“ nennt.“ Schließlich haben wir alle zu viel Cardi B gehört, um uns von irgendjemandem dafür niedermachen zu lassen, dass wir „Business“ machen!

sexismus am arbeitsplatz

#3: Das „E“-Wort

Seit Jahren gelten Frauen als Opfer ihrer eigenen Emotionen. Hysterie, was übersetzt unkontrollierbare Leidenschaft oder Aufregung bedeutet, stammt vom altgriechischen Wort „hystéra“ ab – und das bedeutet soviel wie Gebärmutter. Hysterie ist im heutigen Sprachgebrauch also etwas weibliches. Als Reaktion darauf hatten Frauen in der Vergangenheit oft das Bedürfnis, emotionale Reaktionen wegzudrücken, um ernst genommen zu werden, anstatt ihre Entscheidungen oder Reaktionen auf Dinge als „irrational“ abschreiben zu lassen.

Emotionen abzuschalten ist weder eine gesunde, noch eine nachhaltige Antwort. Und im Auto auf der Heimfahrt zu Musik laut die Wut rauszuschreien, ist es auch nicht. Wie kann man also den Spieß umdrehen, wenn man als emotional bezeichnet wird? Eine Idee ist es, zuerst die „E“-Bombe fallen zu lassen. Bevor Dein Kollege Dich untergraben kann, schlage so etwas vor wie: „Hey, ich merke, dass Du deswegen gerade etwas emotional wirst. Lass uns einen Schritt zurückgehen und das anstehende Problem noch einmal betrachten.“ Das ist einerseits eine Falle, die Du Deinem Gegenüber stellst. Es bedeutet aber auch, dass er oder sie das Label nun nicht mehr Dir aufkleben kann. Denn sonst sieht es so aus, als würde der Kollege oder die Kollegin nur nach einer Antwort suchen. Spiel, Satz und Sieg.

Sexismus am Arbeitsplatz? Aufgeben ist keine Option…

Welches Problem Du auch immer hast, vergiss nicht: Du bist nicht alleine! Frauen haben seit Jahren mit alltäglichem Sexismus am Arbeitsplatz zu kämpfen. Und es besteht eine gute Chance, dass Deine weiblichen Kollegen Dir zur Seite stehen, wenn Du offen über das Erlebte sprichst. Unterstützt Euch gegenseitig und arbeitet zusammen, um die Veränderung zu schaffen, die wir für die Zukunft brauchen. Denn wir Frauen gehen nirgendwo hin. Und das müssen sexistische Mitarbeiter lernen!


Foto von 🇨🇭 Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash und Annie Spratt auf Unsplash

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